Elektrische Kontaktierung, E-Mobility

Die Elektromobilität (E-Mobility) und erneuerbare Energien bringen Chancen aber auch Herausforderungen und erfordern z.B. die Erweiterung bestehender Standards und Richtlinien (VDA, VDI). Gless ContactEngineering erfasst die Anforderungen an elektrische Verbindungen, entwickelt und berechnet Designs, bewertet verschiedene Verbindungsmöglichkeiten, die Einflüsse auf die Funktion, das Langzeitverhalten und die Zuverlässigkeit.

 

Elektrische Verbindungen in der Elektromobilität (E-Mobility) können durch verschiedene Möglichkeiten realisiert werden

  • Stromschienen: zur Kostenoptimierung bieten sich innovative Herstellungskonzepte, alternative Beschichtungen (Korrosionsschutz durch Beschichtung vs. Passivierung) und Synergien mit der Reinigung, der Sauberkeitsanforderungen an die Komponenten. Typische Verbindungen sind bspw. Schraubverbindungen, stoffschlüssige Verbindungen oder Pressverbindungen.
  • flexible Leitungen/geflochtene Bänder. Typische Verbindungen sind bspw. Crimp-Verbindungen und Steckverbindungen.
  • Leiterplatten (PCB, Hochstrom-PCB, PCB+Wire-Kombinationen)

Jede dieser Lösungen hat ihre Stärken die für den spezifischen Einsatzfall bewertet werden.

 

Gless ContactEngineering bietet,

  • die Definition der Funktionen, der Anforderungen an die elektrischen Hochstrom-Verbindungen der Elektromobilität (E-Mobility) und die Ableitung entsprechender Verifizierungsmaßnahmen und Kontaktdiagnosemöglichkeiten (FuSi, ASIL)
  • das Design
    Elektrische Themen sind bspw. Kontaktarten, Leit-Werkstoffe, Beschichtungen, Form- und Oberflächen.
    Mechanische Themen sind bspw. Auslegung, Berechnung, Bewertung der Verbindungselemente.
    Chemische Themen sind bspw. Korrosion durch Umgebungsmedien, elektro-chemische Korrosion/Kontaktkorrosion.
    Thermische Themen sind bspw. die Betrachtung von Temperaturentwicklungen und zulässigen Temperaturen/Temperaturgrenzen, die Bewertung von Übergangswiderständen inkl. der Alterung, Wärmeeinleitung durch benachbarte Bauteile/Entwärmung von Bauteilen (Wärmemanagement).
    Methodische Bewertung des Designs durch Konstruktionsmethodik, FMEA und DRBFM. Kostenoptimierungen und Bewertung der Zuverlässigkeit.
  • Bewertung der Einflussgrößen zur Steigerung der Robustheit, Zuverlässigkeit
  • Absicherung gegen Verschleiß und Korrosion, Bewertung des Relaxationsverhaltens, des Langzeitverhaltens und der Zuverlässigkeit, Diagnosemöglichkeiten von mechanischen und elektrischen Kontakten, Schaltkontakten und Verbindungselementen
    Link Zuverlässigkeit und Diagnose elektrischer Kontakte

 

Werden alle bekannten Einflussgrößen betrachtet ergeben sich umfangreiche Ursache-Wirkungs-Diagramme. Einige aus tribologischer Sicht wesentliche Einflussgrößen sind

  • Elektrisch leitende Werkstoffe/Kontaktwerkstoffe/Werkstoffpaarungen und damit deren Stromtragfähigkeit, Kontaktwiderstand und elektro-chemisches Potential (Vermeidung von Kontaktkorrosion)
  • Oberfläche/Oberflächenbeschichtungen als Korrosionsschutz und zur Ausbildung einer gasdichten Verbindung
  • Fremdschichten auf elektrischen Kontaktflächen (Fritting)
  • Anpressdruck der Kontaktflächen über Lebenszeit und Reibwerte/Topografie in der Verbindung um einen gasdichten Kontakt zu erreichen (Reibkorrosion, Fretting)

 

Herzstück der Elektromobilität (E-Mobility) sind die Energiespeicher und die elektrischen Verbindungen. Eine Voraussetzung für einen robusten langlebigen elektrischen Kontakt ist die elektrische, mechanische, chemische und thermische Stabilität des Kontaktes. Hier müssen Themen wie Werkstoffverhalten, Relaxation und Temperatureinfluss unter elektrischer Beanspruchung evtl. auch durch Umgebungsmedien verursachte Veränderungen bewertet werden. Kontaktverschraubungen/Schraubverbindungen erfordern die Durchführung einer Schraubenberechnung und Festigkeitsnachweise (gemäß VDA, VDI-Richtlinien) einschließlich der Ermittlung/Betrachtung der Reibwerte in Kontakten und Verbindungselementen, wie z.B.

  • Einfluss der Reibung auf das Montageergebnis beim Schrauben
  • Einfluss der Reibung auf die Gleitbewegungen bzw. Mikrobewegungen und damit der Kontakt-Lebensdauer
  • das Warmlöseverhalten

 

Die Schraubfall-Analyse ermöglicht

Elektrische Kontaktierung, E-Mobility, elektrische Verbindung, Verschraubung, Torque, Drehmoment, Drehwinkel

Schraubfall-Analyse und Weiterdrehmoment-Ermittlung an einer zuvor gealterten/getesteten elektrischen Verbindung, Messgenauigkeit 0,2%, Messfrequenz bis 10 kHz

  • die Verifikation des Designs, die Analyse der Schraubverbindung (Verhalten von Verbindungselement und Klemmteile)
  • Ermittlung der Drehmoment-Drehwinkel Charakteristik
  • Ermittlung des Bruchdrehmoments und der Versagensart
  • Ableitung der
    Montagestrategie und Montageprozessparameter, inkl. der Bewertung der elektrischen Eigenschaften und Messung des Übergangswiderstandes
  • Ermittlung der Reibwerte nach DIN EN ISO 16047 und die Untersuchung des Einflusses der Reibwerte

 

Die Schraubfall-Analyse als serienbegleitende Prüfung ermöglicht das Erkennen von Trends/Veränderungen im Serienprozess z.B.
die Veränderung der Reibwerte durch einen veränderten Herstellprozess. Steigung und Übergang der Kurven lassen auf Abmessungen und Fügebedingungen schließen (Bauteile liegen nicht spaltfrei und plan aneinander)

Die Ergebnisse werden maßgeblich beeinflusst

  • Festigkeiten der beteiligten Werkstoffe
  • Reibwerte in Kopfauflage und Gewinde
  • Abmessungen der Bohrung und der Schraube
  • Oberflächenbeschaffenheit (wie Formabweichung, Rauheit, Grate) der verschraubten Bauteile
  • Schraubstation und Montageparameter z.B. Drehzahl, Massenträgheit beim Anziehen

 

Die Ermittlung des Weiterdrehmoments nach VDA ermöglicht

  • die Verifikation des Verbindungsdesigns: Ermittlung des Vorspannkraftverlustes in einer Verbindung zur Absicherung der Auslegung der Schraubverbindung insb. des Langzeitverhaltens, der Bewertung von Setzbeträgen und der Kriechneigung.
  • als serienbegleitende Prüfung die Ermittlung des Vorspannkraftverlustes und das Erkennen von Trends/Veränderungen im Serienprozess z.B. die Veränderung der Reibwerte durch veränderten Herstellprozess, Veränderung der Setzbeträge durch Veränderung der Werkstoffe, der Rauheit, der Abmessungen, der Fügespalte, der tragende Kontaktfläche, der Geometrie durch Grate, u.ä.

 

Der Vorspannkraftverlust kann sich auf die Funktionen der Verbindung auswirken, z.B. zu einem Anstieg des Widerstands führen, die Gasdichtheit der Verbindung gefährden oder zum ungewollten Lösen der Verbindung führen.

Vorspannkraftverluste entstehen bspw. durch

  • Setzen und Relaxation/Kriechen der Werkstoffe (Schraube und verspannte Bauteile) unter Beanspruchung
  • Temperaturwechsel (unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten der Kontaktpartner)
  • Relativ-/Mikrobewegungen im Kontakt
  • erhöhte Temperaturen
  • Strombelastung (Erwärmung und Materialwanderung)
  • Korrosion (auch elektro-chemische Kontaktkorrosion)

 

Die Schraubfall-Analyse kann mit hoher Flexibilität, vor Ort durchgeführt werden. Bei vorhandenen Bauteilen ist die Beurteilung innerhalb kurzer Zeit möglich.

Link und weitere Details zur Schraubfall-Analyse und Ermittlung des Weiterdrehmoments

Link zum Vortragsmanuskript GfT-Tagung 2016 zum Thema Elektrische Kontaktierung

Link zum Vortragsmanuskript GfT-Tagung 2017 zum Thema Elektrische Kontaktierung

Link zum Vortragsmanuskript TAE-Tagung 2017 zum Thema Reliability of concentrated electrical and mechanical contacts

Link und weitere Details zum Thema Wärmemanagement, Entwärmung

Link Anwendungsbeispiel elektrische Schalteinheit: battery-junction-box

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